Minäon vom 29. Juni
Ruhmreiche und allgepriesene Apostelfürsten Petrus und Paulus 
- Zur Vesper -
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Mit welchen Kränzen des Ruhmes * sollen wir umwinden Petrus und Paulus, * die getrennt den Leibern nach, * doch geeint im Geiste, * die Vorsteher der Gotteskünder, * den einen als Anführer der Apostel, * den andern als den, der sich mehr gemüht als die andern. * Denn es bekränzt sie wahrhaft würdig * mit Diademen unsterblicher Herrlichkeit * Christus unser Gott, * der da hat das große Erbarmen.
Mit welchen Wohlklängen der Lieder * sollen wir besingen Petrus und Paulus, * die Schwingen der Gotteserkenntnis, * welche die Enden durcheilten * und zum Himmel wurden erhoben, * die Hände des Evangeliums der Gnade, * die Füße der Wahrheit der Verkündigung, * die Ströme der Weisheit, * die Hörner des Kreuzes, durch welche den Hochmut * der Dämonen Christus hat niedergestoßen, * der da hat das große Erbarmen.
Mit welchen geistlichen Gesängen * sollen wir preisen Petrus und Paulus, * die nicht abstumpfenden Schneiden * des furchtbaren Schwertes des Geistes, * die vernichten die Gottlosigkeit, * die Zierden der Stadt Rom hochherrlich, * des ganzen Erdkreises Freude, * die geistigen Tafeln * des Neuen Bundes von Gott beschrieben, * welche in Sion hat ausgerufen Christus, * der da hat das große Erbarmen.
Ehre: Durch das Dreifache der Frage: * Petrus, liebst du mich? * machte Christus wieder gut das Dreifache der Verleugnung. * Und so sprach auch Simon * zu ihm, der kennt das Verborgene: * Herr, du kennst alles, dir ist alles kund; * du weißt, dass ich dich liebe. * Darauf sagte zu ihm der Erretter: * Weide meine Schafe, * weide meine Auserwählten, * weide meine Lämmer, * die ich mit meinem eigenen Blute * erworben habe zum Heile. * Ihn bitte, gottseligster Apostel, * dass uns geschenkt werde das große Erbarmen.
Jetzt, Theotokion: Der Prophet David, durch dich Gottesahne, * er meinte dich in seinem Liede, * da er im Voraus zurief jenem, * der an dir hat Großes getan: * Es steht die Königin zu deiner Rechten. * Denn dich hat als Mutter erwiesen, * die hervorbringt das Leben, * Gott, dem es hat gefallen, * ohne Vater aus dir Mensch zu werden, * um sein eigenes Bild wiederherzustellen, * das durch die Leidenschaften war verdorben, * um das verirrte Schaf zu finden, * das sich verlaufen hatte in den Bergen, * es auf seine Schultern zu nehmen, * es zum Vater hinzutragen * und es den himmlischen Mächten beizufügen * durch seinen eigenen Willen * und, Gottesgebärerin, die Welt zu retten, * er, Christus, der da hat das große und reiche Erbarmen.
Parimien
Lesung aus dem ersten ökumenischen Brief des Petrus1 Petr 1,3-9 ( Stelle lesen: 1 Petr 1,3-9 ) Stichiren zur Litia
Wohlan, ihr Versammlung der Gläubigen, * wir wollen heute bilden * einen Reigen frohen Sinnes * und bekränzen mit geziemenden Lobgesängen * Petrus und Paulus, * die erwählten Weber der Gnade; * denn das Wort haben sie ausgesät * freigebig allen * und sie damit auch reich gemacht an Gnade des Geistes. * Da sie waren die Reben * des wahren Weinstocks, * haben die reife Traube sie uns gespendet, * die da erfreut unsere Herzen. * Zu ihnen lasst uns mit unverhülltem Angesicht * und reinem Gewissen rufen mit den Worten: * Seid gegrüßt, ihr Fährleute derer ohne Vernunft * und Helfer derer, die Venunft besitzen. * Seid gegrüßt, ihr erwählte Freude * des Schöpfers und Erhalters von allem. * Seid gegrüßt, ihr Gewährer der Güter * und Vertreiber ränkevollen Truges. * Sie wollen wir anflehn, allzeit zu bitten * den Schöpfer und Meister * für die Welt um beständigen Frieden * und für unsre Seelen um das große Erbarmen.
Die Jünger Christi und Grundfesten der Kirche, * die wahren Säulen und Fundamente * und gotterfüllten Posaunen * der Lehren und Leiden Christi, * die Koryphäen Petrus und Paulus, * lasst, alle Welt, sie uns als Vorsteher ehren. * Denn sie haben durchlaufen * die ganze Weite der Erde, * wie mit dem Pfluge ausgesät den Glauben, * allen quellen lassen die Gotteserkenntnis * und ihnen dargelegt die Lehre von der Dreifaltigkeit. * O Petrus, Fels und Grund, und Paulus, Gefäß der Erwählung! * Als Christi Ochsengespann haben sie alle * zur Gotteserkenntnis gezogen, * die Völker, Städte und Inseln. * Hebräer auch haben sie zu Christus geführt * und sie bitten * um die Rettung unserer Seelen.
Petrus, Haupt der ruhmreichen Apostel, * du Fels des Glaubens, * und du, gottkündender Paulus, * der Kirchen Anwalt und Leuchte, * die ihr steht am göttlichen Throne, * bittet für uns bei Christus.
Paulus, du Mund des Herren * und Fundament der Lehren, * ein Verfolger warst du einst Jesu, des Heilands; * nun aber, Seliger, bist du geworden * zum Erstthronenden der Apostel. * So hast du Unsagbares gesehen, o Weiser, * als du emporstiegst bis zum dritten Himmel * und riefest: Kommet mit mir, * und wir werden nicht ermangeln der Güter.
Die Bürger des oberen Jerusalem, * der Fels des Glaubens und der Anwalt der Kirche Christi, * die Zweiheit der Dreiheit, die Fischer der Welt * haben heute das Irdische verlassen * und sind zu Gott gegangen in Wahrheit * und sie bitten ihn in Freimut * um die Rettung unsrer Seelen.
Ehre: Wie es die Weisheit Gottes, der mitewige Logos des Vaters * in den Evangelien hat vorhergesagt, * seid ihr, allgerühmte Apostel, * die fruchtbaren Reben, die ihr traget an euren Ranken * die reife und freudebringende Traube, * von der kosten wir Gläubigen * und so teilnehmen am heibringenden Genusse. * Petrus, du Fels des Glaubens, * und Paulus, des Erdkreises Ehre, * stärket die Herde, die ihr habt gewonnen * durch eure Unterweisung.
Jetzt, Theotokion: Wir preisen dich selig, Gottesgebärerin Jungfrau, * und rühmen dich nach Gebühr, wir Gläubigen, * als Stadt, die nicht ist zu erschüttern, * als Mauer, die niemand kann niederreißen, * als Beistand, der nicht ist zu brechen, * und als Zuflucht unserer Seelen.
Stichiren zur Stichovna
Deine Fesseln von Stadt zu Stadt * und deine Bedrängnisse, wer kann sie erzählen; * ruhmvoller Apostel Paulus, * die Mühen, die Plagen und durchwachten Nächte, * die Leiden durch Hunger und Durst, durch Kälte und Blöße, * den Korb, die Auspeitschungen, Steinigungen, das Umherziehn, * die hohe See und die Schiffbrüche. * Zum Schauspiel bist du geworden Engeln und Menschen. * Alles hast du ertragen * in Christus, der dir hat Kraft gegeben, * um die Welt zu gewinnen * in Christus Jesus, deinem Herrn. * Daher bitten wir dich, die wir dein Gedächtnis begehn, * flehe ohne Unterlass, * dass gerettet werden unsere Seelen.
Über die ganze Erde ging aus ihr Schall, * bis an die Enden des Erdkreises ihre Worte.
Stichiren zur Stichovna
Die Fesseln von Stadt zu Stadt, * wer kann sie erzählen, * ruhmvoller Apostel, * oder wer kann vor Augen stellen deine Kämpfe und Mühen, * die du auf dich genommen im Evangelium Christi, * um alle zu gewinnen * und Christus die Kirche zuzuführen? * So bitte, dass sie bewahre * dein gutes Bekenntnis bis zum letzten Atemzug, * Paulus, Apostel und Lehrer der Kirchen.
Die Himmel erzählen von der Herrlichkeit Gottes, * vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.
Stichiren zur Stichovna
Die großen Leuchten der Kirche, * Petrus und Paulus, wir wollen sie rühmen; * denn sie erstrahlten heller als die Sonne * in der Stärke des Glaubens * und führten heraus aus der Unwissenheit * durch die Strahlen der Verkündigung die Völker. * Der eine, ans Kreuz genagelt, * nahm den Weg in den Himmel, * zu dessen Reich ihm von Christus * die Schlüssel wurden ausgehändigt. * Der andere aber, durch das Schwert enthauptet, * wanderte hin zum Erretter * und wird mit Fug und Recht selig gepriesen. * Und beide künden sie, dass Israel * gegen den Herrn hat ausgestreckt * die Hände in ungerechter Weise. * Darum wird nieder, Christus unser Gott, * auf ihre Gebete jene, die sich wider uns erheben, * und stärke den orthodoxen Glauben * als der Menschenliebende.
Ehre: Ein Fest der Freude * ist heute den Enden aufgeleuchtet, * das allehrwürdige Gedächtnis * der weisesten Apostel und Häupter * Petrus und Paulus. * Deshalb freut sich Rom und tanzt im Reigen. * In Gesängen und Hymnen * wollen auch wir feiern, ihr Brüder, * und diesen hochheiligen Tag begehen. * Sei gegrüßt, Petrus, Apostel, * du echter Freund deines Meisters, * Christi unseres Gottes. * Sei gegrüßt, allerteuerster Paulus, * du Künder des Glaubens, * des Erdkreises Lehrer. * Da ihr freien Zugang besitzet, * ihr heilig auserwähltes Gespann, * bittet Christus, unsern Gott, * dass Errettung finden unsere Seelen.
Prokimenon des Orthros
In die ganze Erde ging aus ihr Ruf / und an die Enden des Erdkreises ihre Worte.
Vers: Ein Tag ergießt dem anderen ein Wort, und eine Nacht kündet der anderen Erkenntnis.
Ode 3
Kanon des Petrus, Ton 4.
Dichtung des Mönches Johannes
Irmos: Nicht in der Weisheit wollen wir uns rühmen, / nicht in der Macht und im Reichtum, / sondern in Dir, der Du bist, o Christus, / in Person die Weisheit des Vaters, / denn keiner ist heilig außer Dir, Du Menschenfreund.
Heiliger Apostel Petrus, bitte zu Gott für uns
Als selig hat dich erwiesen / der süßeste Mund Christi Gottes / und als zuverlässigen Verwalter / des königlichen Reiches. / Deshalb besingen wir dich, Apostel Petrus.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Gegründet hat auf den Felsen / deiner Gottesverkündigung / Jesus, der Gebieter, / die Kirche unerschütterlich. / In ihr ehren wir dich, Petrus Apostel.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Höher als die Engel / ist Petrus im Leibe. / Denn Mitthronender und Richter / werde er sein bei seinem offenbaren Kommen. / So hat gesprochen Christus Gott.
Katavasie: Gottesgebärerin, unversiegbare Quelle des Lebens, festige die dich besingen und preisen durch ein geistliches Fest. An diesem Tag deines göttlichen Gedenkens erachte sie für würdig der Krone der Herrlichkeit.
Kanon des Paulus, Ton 4.
Dichtung des Mönches Johannes
Katavasie: Gottesgebärerin, unversiegbare Quelle des Lebens, festige die dich besingen und preisen durch ein geistliches Fest. An diesem Tag deines göttlichen Gedenkens erachte sie für würdig der Krone der Herrlichkeit.
Ode 6
Kanon des Paulus, Ton 4.
Heiliger Apostel Paulus, bitte zu Gott für uns
Alle Genüsse hast gering du geachtet, / getroffen von dem Liebeswerben des Herrn, / und auserwählt, ihm zu folgen / im Verlangen nach dem gemeinsamen Heile, / o Paulus du Seliger, / flehe auch jetzt für den Erdkreis.
Heiliger Apostel Paulus, bitte zu Gott für uns
Das Bürgerrecht, Apostel Paulus, in den Himmeln / hat Christus dir verdientermaßen verliehen. / Denn eine bleibende Stätte hinieden / hast du, o Seliger, nicht begehrt, / da du ein treuer Diener geworden / und Verwalter seiner Mysterien.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Als trefflichster Nachahmer des Gebieters / und da er ihn hatte angezogen, / ist Paulus lauter allen alles geworden, / auf daß er gewinne und rette all die Völker. / Und er rette wahrlich die Enden der Welt für Christus, / da er sie empfing wie mit einem Netze.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Der Herr, er hat auf dich geschaut / und so mein Sein erneuert, / da er, der Mächtige, Großes hat getan, / wie du, ganz untadelige Gottesmutter, hast gesagt. / Und mein Gott hat mich durch dich errettet / als der Barmherzige aus dem Verderben.
Katavasie: Durch Gottes Gnade feiern wir dieses göttliche herrliche Fest der Gottesgebärerin. Kommt lasset uns in die Hände klatschen und mit Glauben erheben, die das göttliche Kind zur Welt gebracht.
- Zur Liturgie -
Prokimenon zur Liturgie
In die ganze Erde ging aus ihr Ruf / und an die Enden des Erdkreises ihre Worte.
Vers: Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und Seiner Hände Werk kündet das Firmament.
Apostellesung zur Liturgie
Lesung aus dem zweiten Brief des heiligen Apostels Paulus an die Korinther2 Kor 11,21 - 12,9 ( Stelle lesen: 2 Kor 11,21 - 12,9 ( Stelle lesen: 2 Kor 11,21 bis 2 Kor 12,9 ) ) Alleluïa zur Liturgie
Bekennen werden die Himmel Deine Wundertaten, Herr, und Deine Wahrheit in der Gemeinde der Heiligen.
Vers: Gott ist verherrlicht im Rate der Heiligen.
Evangeliumslesung zur Liturgie
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Als aber Jesus in die ‹Landes›teile von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Wer sagen die Menschen, dass ich, der Menschensohn, sei? Sie aber sagten: Die einen: Johannes der Täufer; andere aber: Elias; und wieder andere: Jeremias, oder einer der Propheten. Er spricht zu ihnen: Ihr aber, was saget ihr, wer ich sei? Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Barjona; denn Fleisch und Blut haben ‹es› dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ‹ist›. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, ‹das heißt der Felsblock›, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Königtumes der Himmel geben; und was immer du auf der Erde binden wirst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was immer du auf der Erde lösen wirst, wird in den Himmeln gelöst sein.
(Mt 16, 13-19)*
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank, Unbekannter Übersetzer und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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